Bei den meisten Falten wissen wir genau, woher sie kommen. Wie zum Beispiel Zornesfalten, die sich über die Jahre eingegraben haben, entstanden durch das ständige Zusammenschieben der Augenbrauen beim Denken, Konzentrieren oder Lesen. Doch dann gibt es diese feinen, senkrechten Fältchen rund um den Mund. Kleine, dichte Linien, die die Lippe wie mit einem winzigen Plissee umrahmen. Sie tauchen scheinbar plötzlich auf oder werden oft dann bemerkt, wenn der Lippenstift plötzlich immer wieder dort reinrutscht. Manchmal sogar bei Frauen, die nie in ihrem Leben eine Zigarette angefasst haben. Dennoch werden sie im Volksmund hartnäckig Raucherfalten genannt.

Doch was steckt wirklich hinter diesen Falten? Wer bekommt sie? Was ist die wahre Ursache? Und was kann man dagegen tun?

Am Ende des Artikels möchte ich dich gerne dazu einladen, sofort mit der Gegenmaßnahme zu beginnen. Also bleib dran!

Was sind genau sind eigentlich Raucherfalten?

Als Raucherfalten werden die sogenannten Plisséefältchen bezeichnet, die sich als feine, senkrechte Liniendirekt um den Mund herum abzeichnen, oft sowohl über als auch unter der Lippe. Sie werden auch Lippenfältchen oder Mundfalten genannt.

Daneben gibt es noch einen weiteren Zusammenhang, der ebenfalls häufig mit Rauchen in Verbindung gebracht wird: eine allgemein pergamentartigere, dünnere Haut, die durch chronisches Rauchen entsteht und die das Gesicht insgesamt anfälliger für Faltenbildung macht, auch in Bereichen wie den Nasolabialfalten oder der Wangenpartie.

Aber der Reihe nach.

Rauchen und Haut: Was wirklich passiert

Fangen wir mit dem an, was Rauchen tatsächlich mit der Haut macht, da dies physiologisch ziemlich eindeutig und gut belegt ist.

Zigarettenrauch schädigt die Haut auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Er schränkt die Durchblutung ein, was bedeutet, dass Hautzellen weniger Sauerstoff und Nährstoffe bekommen. Darüber hinaus beschleunigt er den Abbau von Kollagen und Elastin, also genau jene Proteine, die der Haut ihre Spannkraft und Elastizität geben. Dazu erhört er den oxidativen Stress im Gewebe, was den allgemeinen Alterungsprozess der Haut spürbar beschleunigt.

Das Ergebnis ist eine Haut, die früher dünner, trockener und pergamentartiger wird als bei Nichtraucherinnen. Eine Haut mit diesen Eigenschaften neigt in der Folge überall stärker zu Falten, nicht nur rund um den Mund herum, sondern im ganzen Gesicht.

Meine persönliche Beobachtung als Physiotherapeutin, spezialisiert auf Gesichtstraining, ist, dass Raucherinnen häufig auch ausgeprägtere Nasolabialfalten haben. Das ist schlichtweg die Haut, die insgesamt weniger Widerstandskraft aufweist.

Dazu kommt noch ein zweiter Effekt, der direkt mit der Rauchgewohnheit zusammenhängt: die wiederholte Mundmotorik. Wer raucht, zieht regelmäßig (oftmals mehrfach täglich) an einer Zigarette. Dabei handelt es sich um eine Mimikbewegung, bei der der Orbicularis oris, also der Mundringmuskel, sich zusammenzieht und die Lippen schürzt.

Diese eine Bewegung, tausendfach wiederholt über Jahre, prägt sich als Falte ins Gewebe ein. Genau wie Stirnfalten durch wiederholtes Hochziehen der Augenbrauen entstehen.

Raucherfalten ohne Rauchen: Warum auch Nichtraucherinnen betroffen sind

Und hier wird es interessant. Denn tatsächlich haben dazu viele Frauen diese feinen Lippenfältchen, obwohl sie nie oder kaum geraucht haben. Das irritiert zunächst, erklärt sich aber, wenn man sich die anderen Ursachen dieser Falten anschaut.

Plisseefältchen entstehen nämlich nicht nur durch Rauchen, sondern durch jeden Mechanismus, der den Mundringmuskel regelmäßig in diese schürzende Bewegung bringt. Es gibt eine Gewohnheit, die genau das tut und die viele Frauen unbewusst den ganzen Tag über ausführen: die Lippen immer wieder leicht zusammenzuziehen, fast wie ein Mini-Kussmund, statt sie einfach entspannt zu schließen.

Diese Gewohnheit entsteht häufig als Kompensation für einen fehlenden entspannten Mundschluss. Wer den Mund nicht automatisch locker und entspannt schließt, sucht sich unbewusst einen anderen Ruhezustand für die Lippen und landet dabei oft bei diesem leichten Schürzen. Das Ergebnis über Monate und Jahre: dieselben feinen Lippenfältchen wie beim Rauchen – ganz ohne Zigarette.

Alternativ kann übrigens auch das gewohnheitsmäßige Trinken aus dem Strohhalm zu diesen Plisseefältchen führen.

Dazu kommt, dass Rauchen und intensive Sonnenexposition häufig kombiniert auftreten. UV-Strahlung ist einer der stärksten Faktoren für vorzeitige Hautalterung. Wer also viel in der Sonne war und dabei auch noch geraucht hat, trägt beide Einflüsse in seiner Haut. Aber auch intensive Sonnenexposition ohne Rauchen kann diese pergamentartigere, dünne Hautstruktur begünstigen.

Was wirklich gegen Raucherfalten hilft (und was nicht!)

Kommen wir zum praktischen Teil. Also dem, was dich vermutlich am meisten interessiert.

Wenn du rauchst

Ich sage es direkt, weil es so ist: Wenn du aktiv rauchst, kommst du an der Ursache nicht vorbei. Gesichtstraining, Cremes, Behandlungen – all das kann unterstützen und verbessern. Doch solange die Grundursache bestehen bleibt, nämlich die Schädigung der Haut durch den Rauch und die wiederholte Lippenschürzbewegung beim Rauchen, wird jede andere Maßnahme in ihrer Wirkung begrenzt bleiben. Das ist kein Vorwurf, sondern einfach die ehrliche Einschätzung einer Physiotherapeutin mit fast 10 Jahren Erfahrung in der Anti-Aging-Branche.

Sonnenschutz ist nicht verhandelbar

UV-Strahlung ist für einen Großteil der sichtbaren Hautalterung verantwortlich und damit auch ein zentraler Faktor bei der Entstehung von Lippenfältchen. Wer konsequent Sonnenschutz trägt, bremst diesen Prozess spürbar. Das gilt übrigens für Raucherinnen genauso wie für Nichtraucherinnen.

Hautpflege als unterstützende Maßnahme

Eine gute, feuchtigkeitsspendende Hautpflege und Wirkstoffe wie Retinol können die Oberfläche der Haut verbessern, die Zellerneuerung anregen und die Haut widerstandsfähiger machen. Auch Microneedling oder PRP sind empfehlenswerte Behandlungen. Alles davon ist sinnvoll, jedoch löst es nicht die muskuläre Ursache der Falten. Oberflächenpflege und Tiefentraining sind zwei verschiedene Ebenen, die sich gegenseitig ergänzen, aber nicht ersetzen.

Was Gesichtstraining bei Raucherfalten leisten kann

Und jetzt der Teil, der mich wirklich begeistert. Hier kann ich dir zeigen, was möglich ist, wenn du an der richtigen Stelle ansetzt. Gesichtstraining setzt bei Plisseefältchen genau dort an, wo weder Cremes noch Botox hinkommen: in der Muskulatur und in den Gewohnheiten, die diese Falten immer wieder neu entstehen lassen. Konkret gibt es zwei Ebenen, auf denen das Training wirkt.

Die Mimikgewohnheit verändern

Der erste und wichtigste Schritt ist das Bewusstmachen und anschließende Umprogrammieren deiner Lippengewohnheit. Wer seine Lippen im Alltag unbewusst immer wieder leicht zusammenzieht oder schürzt, statt sie entspannt zu schließen, trainiert täglich gegen sich selbst. Sobald du dir dieser Gewohnheit bewusst wirst und lernst, die Lippen wirklich locker und natürlich zu schließen, hört der Muskel auf, sich in dieses Muster einzugraben. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Jedoch ist es das nicht. Dieser Schritt allein kann einen spürbaren Unterschied machen.

Was beispielsweise helfen kann: Ein Spiegel an deinem Schreibtisch, sodass du dich beim Arbeiten manchmal selbst beobachten kannst, wie du dein Gesicht unter Konzentration bewegst.

Gezielte Übungen für die Lippenpartie

Zusätzlich gibt es konkrete Übungen, die den Mundringmuskel entspannen und die Haut rund um die Lippen von innen heraus „aufpolstern“. Eine der wirkungsvollsten:

Blase deinen Mund Ober- und unterhalb deiner Lippen mit Luft auf. Halte die Luft hier und versuche dann, die Luft nach außen gegen deine Haut zu drücken. So schaffen wir einen richtig genialen Glättungseffekt.

Gleichzeitig wollen wir unsere Mundwinkel hochziehen, wie wenn wir Lächeln würden. Schön drauf achten, dass uns die Luft nicht entweicht. Indem wir die Luft nach außen drücken bekommen wir einen richtig genialen Glättungseffekt auf vertikal verlaufende Mundfalten-

Außerdem kräftigen wir unseren Mundringmuskel, wodurch wir auch neues Muskelvolumen schaffen. Das polstert den Mundbereich auf und hat damit auch einen Effekt auf die Marionetten- und Nasolabialfalten – sofern sie regelmäßig genutzt wird.

Übrigens: Schröpfen (Cupping) kann hier super ergänzt werden.

Was meine Teilnehmerinnen dabei immer wieder berichten: Die Veränderung passiert nicht nur an der Stelle, auf die sie sich konzentriert haben. Die ganze Mundpartie wirkt nach einigen Wochen entspannter und jünger, die Lippen voller und rosiger. Das Gesicht wirkt insgesamt weniger angespannt und stattdessen harmonischer. Das sehen oft sogar andere!

Gesichtstraining nach meiner 3-Stufen-Facelift-Formel

In meinen Kursen arbeite ich nach einem System, das ich die 3-Stufen-Facelift-Formel nenne. Sie enthält:

Entspannung: Wir lösen überaktive Muskeln, statt sie noch mehr zu verspannen.

Umprogrammierung: Wir erkennen und verändern die (oft unbewussten!) Mimikgewohnheiten im Alltag.

Muskelaufbau: Wo Volumen und Spannung fehlen, bauen wir mit gezielten Übungen die Gesichtsregion (wieder) auf.

Genau diese Kombination ist auch bei Raucherfalten entscheidend: Wer nur Übungen macht, ohne vorher die schürzende Grundgewohnheit anzugehen, wird leider kaum langfristig Ergebnisse sehen. Die Frauen in meinen Kursen, die mit Lippenfältchen zu mir kommen, sind häufig überrascht, wie schnell sich etwas verändert. Der Schlüssel liegt eben nicht nur in den Übungen, sondern im Gesamtsystem.

Und: Wer das einmal verstanden hat, will oftmals nicht mehr zurück zum nächsten Botox-Termin. Apropos:

Botox bei Raucherfalten: Hilft es wirklich?

Der Vollständigkeit halber: Botox wird auch für Raucherfalten eingesetzt, indem es den Mundringmuskel leicht lähmt, sodass er sich weniger stark zusammenzieht. Das kann kurzfristig sichtbar sein. Allerdings lässt nach drei bis vier Monaten die Wirkung nach, die Gewohnheit läuft weiter, und die Falten kommen zurück.

Was mich dabei zusätzlich beschäftigt: Botox in der Mundregion ist deutlich heikler als in der Stirn. Der Mundringmuskel ist für das Sprechen, Kauen, Küssen, Lächeln zuständig. Eine zu starke Lähmung kann die Mimik in diesem Bereich spürbar beeinträchtigen. Manche Frauen können beispielsweise gar nicht mehr aus einem Strohhalm trinken.

Das ist ein Risiko, das in der Behandlungsberatung viel zu wenig Raum bekommt. Falls es dich interessiert: Hier gehts zu meinem Artikel „Botox Nebenwirkungen“.

Und Hyaluronfiller bei Raucherfalten?

Hier ist die Intention, die Mundfalten mit Volumen aufzufüllen. Allerdings ist fehlendes Volumen bei den Plisseefältchen nicht die Ursache. So wie oben bereits beschrieben, ist stattdessen die Gewohnheit des Lippenschürzens der wesentliche Grund.

Deshalb bildet der Muskel die Falten nach dem Auffüllen mit Filler trotzdem immer wieder neu. Leider wird genau deshalb oft erneut Filler injiziert.

Das zweite Problem: Durch wiederholtes Füllmaterial im Bereich zwischen Nase und Oberlippe entsteht mit der Zeit oft unnatürlich viel Volumen und der Bereich wirkt dann seltsam aufgequollen. Hast du vielleicht schon mal beobachtet?

Warum ich mir nie Hyaluron spritzen lassen würde, erfährst du übrigens hier!

Fazit: Raucherfalten wirklich verstehen, ansetzen und verändern

Raucherfalten sind nicht das exklusive Problem von Raucherinnen. Sie entstehen überall dort, wo der Mundringmuskel chronisch in eine schürzende Bewegung gerät – durch Rauchen, durch Mundatmung, durch eine unbewusste Lippengewohnheit oder durch Sonnenschaden, der die Haut insgesamt anfälliger macht.

Die gute Nachricht: Wer die Ursache kennt, kann auch dort ansetzen. Das ist genau das, was mein Gesichtstraining leistet. Es ist kein Mittelchen, das über Nacht wirkt. Vielmehr handelt es sich dabei um einen vielfach erprobten, systematischen und langfristigen Ansatz, der Falten (alle!) in ihren Ursachen angeht.

Jetzt direkt loslegen!

Starte gleich mit meinem kostenlosen Anti-Falten-Quiz. In zwei Minuten weißt du, welche Zone in deinem Gesicht dich am meisten altern lässt und welche Übungen bei dir direkt den größten Effekt bringen!

Über den Autor Hanna Sacher

Ich bin Physiotherapeutin mit dem Spezialgebiet plastische Chirurgie und Gesichtstrainingsexpertin.

Durch meine langjährige Erfahrung biete ich Dir ein fundiertes und effektives Programm für Dein Gesichtstraining an.
Mein Programm ist das erste Gesichtstrainingsprogramm, das auch von Ärzten und plastischen Chirurgen empfohlen wird!

Profitiere von meinen Anatomie- und Physiologie-Wissen als Physiotherapeutin. Ich zeige Dir wie Du Gesichtstraining wirklich wirksam einsetzt.

Durch meine fundierte Ausbildung und langjährige Erfahrung stelle ich Dir strukturierte und gezielte Trainingseinheiten zur Verfügung.

Auch im Alter können wir alle ein frisches Gesicht haben, das möchte ich auch Dir ermöglichen.

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